Laptop am Pool, eine Kokosnuss daneben, im Hintergrund rauscht das Meer und angeblich wird nur zwei Stunden am Tag gearbeitet. So wird Freiheit im Network und im Online-Business gern gezeigt.
Ehrlich gesagt funktioniert das so nicht. Schon gar nicht, wenn du Kinder hast, Hunde hast oder einen Mann, der im Urlaub was komplett anderes vorhat, als neben dir am Strand zu sitzen, während du arbeitest. Deshalb will ich dir heute zeigen, was Freiheit für mich im echten Alltag bedeutet. Und wie du rausfindest, was sie für dich bedeutet.
Diese Folge kannst du dir hier auch anhören: 228. Welche Freiheit willst du wirklich? So baust du dein Business passend zu deinem Leben auf!
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Samstagnachmittag beim Kaffee, abends im Auto nach Griechenland
Eigentlich wollten wir diesen Sommer zu Hause in Bayern bleiben. Das erste Mal überhaupt. Samstagvormittag haben wir noch den kleinen Weg von der Terrasse runter fertig gemacht. Nachmittags saßen wir beim Kaffee und irgendwer sagte: Wie wär’s, wenn wir die letzten zwei Ferienwochen einfach nach Griechenland fahren?
Mein Mann meinte, ein paar Sachen müsste man umplanen, aber nächste Woche ginge das. Ich hab gefragt, warum nächste Woche. „Ja, wann willst du denn fahren?“ Heute. Jetzt.
Also Auto gepackt, Kinder rein, Hunde rein und los. Von unserem Haus bis zu unserem Ferienhaus in Griechenland sind es 1.952 Kilometer. Wir haben uns beim Fahren abgewechselt und waren nach 20 Stunden da.
Irgendwo auf dieser Fahrt ist mir richtig bewusst geworden, wie dankbar ich bin, dass ich mir mein Business so aufgebaut habe. Mir geht es dabei überhaupt nicht darum, anderen zu zeigen, dass ich in Griechenland bin. Wenn ich unterwegs bin, zeige ich in meinen Storys sogar eher wenig. Es ging um die Entscheidung selbst. Ich musste keinen Urlaub beantragen und niemanden fragen, ob ich fahren darf. Ich musste nicht überlegen, ob ich mir das leisten kann. Und ich hatte keine Angst, dass mein Business zusammenbricht, nur weil sich mein Alltag für zwei Wochen verändert.
Was bei mir im Hintergrund läuft, damit so was geht
Das heißt nicht, dass ich nie arbeite. Aber bei mir läuft sehr viel automatisiert, und der Gamechanger war, dass ich regelmäßig poste.
Ich bin jetzt fast elf Jahre auf Social Media aktiv und verdiene damit mein Geld. Glaubst du wirklich, ich denke jeden Tag daran zu posten? Oder jede Woche daran, eine Podcastfolge aufzunehmen? Tu ich nicht. Mein Business lebt vom Vorplanen und Vorarbeiten.
Einmal im Monat, wenn es mal nicht klappt einmal die Woche, setze ich mich hin und plane alles ein. Gerade startet der Oktober, und da ist bei mir der Podcast für den ganzen Monat fertig. Die E-Mails sind fertig. Der Plan, was in den Kursen neu kommt, was rausfliegt und was aktualisiert wird, steht. Calls habe ich sowieso nur zwei im Monat, einen für Network Secrets und einen im VIP Club.
Ein Beitrag pro Tag ist immer fix und fertig eingeplant. Manchmal poste ich zweimal, weil ich gerade Lust habe oder was ausprobiere. Das kommt dann einfach on top. Ich batche meine Aufgaben, also ich erledige gleiche Aufgaben am Stück, statt sie jeden Tag einzeln anzufangen.
Deshalb muss ich mir in Griechenland keine Gedanken machen, ob die Mails rausgehen, ob die Podcastfolge am Dienstag kommt und ob ich währenddessen verkaufe. Und das muss laufen, weil ich kaum mit Werbeanzeigen arbeite. Vielleicht 20 Euro am Tag, alles andere ist organisch. Ich bin präsent und brenne trotzdem nicht aus.
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Freiheit sieht bei jedem anders aus
Ich erzähle dir das nicht, damit du mein Leben bewunderst. Schau lieber auf dein eigenes. Welche Entscheidung würdest du gern spontan treffen, die heute nicht geht?
Vielleicht willst du gar nicht nach Griechenland. Vielleicht willst du einfach nachmittags bei deinen Kindern sein. Deine Arbeitszeit reduzieren. Deine Familie öfter besuchen. Oder beim Schulstart nicht jedes Mal rechnen müssen, ob das Geld für Hefte, Kleidung, Schuhe und Ausflüge reicht.
Das Problem: Viele bauen jahrelang an ihrem Business, ohne je festzulegen, welche Freiheit es ihnen bringen soll. Frag zehn Menschen, warum sie ein Business aufbauen, und viele sagen „Ich will frei sein“. Fragst du nach, wird es schwammig. Mehr Zeit, mehr Geld, reisen können.
Das sind Wünsche. Eine Richtung ist das noch nicht. Mehr Zeit kann heißen, dass du jeden Tag ab 12 oder 14 Uhr frei hast. Es kann aber auch heißen, dass du mehrere Wochen am Stück verreisen willst. Mehr Geld kann heißen, dass du 500 Euro im Monat dazuverdienen willst. So war das bei mir, als ich angefangen habe. Oder dass dein Business irgendwann alle Lebenshaltungskosten trägt.
Bei mir war es zum Beispiel wichtig, dass meine Kinder keinen Nachmittagsunterricht haben und ich sie jederzeit bringen und abholen kann. Und dass ich beim Klamottenkauf nicht auf den Preis schauen muss. Wir gehen heute als Familie zusammen einkaufen, und die Frage ist nur: Gefällt’s mir, steht es mir, trage ich das wirklich? Ich komme aus einer Zeit, in der ich bei einem T-Shirt für 10 Euro tausendmal überlegt habe, ob ich lieber auf Rabatt warte. Schuhe über 20 Mark waren nicht drin, und meistens habe ich die Sachen meiner älteren Cousinen getragen.
So konkret muss dein Ziel werden
Ich hatte jahrelang ein Ferienhaus in Griechenland auf meinem Vision Board. Und in meiner Vorstellung habe ich immer dieselbe Bewegung gemacht: morgens aufwachen, die Schiebetür aufziehen und aufs Meer schauen.
Genau so ist es heute. Wenn ich in unserem Ferienhaus aufwache, laufe ich ins Wohnzimmer, schiebe die Tür auf und schaue raus aufs Meer. Beim Boot war es genauso. Ich hatte ein bestimmtes Modell im Kopf und habe mich immer vorne liegen sehen, während mein Mann fährt.
So weit musst du das runterbrechen, damit du es greifen kannst. Setz dich hin und schreib nicht nur ein Gefühl auf, sondern drei konkrete Entscheidungen, die du in Zukunft frei treffen willst. Zum Beispiel:
- Ich entscheide selbst, ob meine Kinder nachmittags in die Betreuung gehen.
- Ich kann in den Ferien zwei, vier oder sechs Wochen verreisen, ohne dass mein Einkommen wegbricht.
- Ich reduziere meine Stunden im Hauptjob.
- Wenn eine unerwartete Rechnung kommt, überweise ich sie entspannt, ohne Angst.
- Ich kann meiner Familie helfen, wenn sie mich braucht.
Passt dein Business überhaupt zu diesem Leben?
Jetzt kommt die unbequeme Frage. Schau ehrlich auf dein Business: Kann es die Freiheit tragen, die du dir vorstellst? Es geht nicht darum, ob du beschäftigt bist oder viel postest. Es geht darum, ob deine Arbeitsweise dich dahin bringt.
Viele Networkerinnen übernehmen am Anfang einfach das System ihrer Upline (also der Person, über die sie eingestiegen sind). Sie schreiben jeden Tag Leute an, führen endlose Einzelgespräche, beantworten immer wieder dieselben Fragen und schieben in jede freie halbe Stunde noch ein Gespräch. Kurzfristig kann das klappen. Langfristig bist du im Hamsterrad und tauschst Zeit gegen Geld.
Diese sechs Fragen helfen dir beim Prüfen.
1. Funktioniert dein Business nur, wenn du ständig online bist?
Beobachte eine ganz normale Woche. Was passiert, wenn du einen Tag nicht in den Storys bist? Wenn du nicht sofort auf jede Nachricht antwortest? Wenn du am Wochenende das Handy weglegst?
Bei mir ist das Wochenende handyfreie Zeit. Da können hunderte Nachrichten reinkommen. Mir ist der andere nicht egal, ich bin mir einfach wichtig.
Du sollst deshalb nicht gar nichts mehr machen. Ein Business braucht deine Präsenz, Menschen wollen wissen, wer hinter dem Profil steckt. Aber es ist ein Unterschied, ob du bewusst sichtbar bist oder Angst hast, dass nach 24 Stunden Pause alles zusammenbricht.
2. Kannst du die wichtigsten Aufgaben von überall erledigen?
Ortsunabhängig heißt nicht, dass du ständig reisen musst. Es heißt, dass dein Business nicht an einen Raum gebunden ist. Kannst du Content vorbereiten? Finden Interessenten die wichtigsten Infos, auch wenn du nicht gerade live alles erklärst? Können neue Partner ein Onboarding durchlaufen, ohne dass du jeden Schritt begleitest?
Dafür brauchst du keine komplizierten Funnels (also Abläufe, die Interessenten automatisch vom ersten Kontakt bis zum Kauf führen). Aber irgendwas muss laufen, auch ohne dich.
3. Hängt dein Einkommen an einzelnen Aktionen?
Freiheit heißt für mich auch Planbarkeit. Wenn du jeden Monat bei null startest und nur Umsatz hast, wenn du gerade besonders viel verkaufst, wird es gefährlich. Im Network Marketing brauchst du dafür Stammkunden, Nachbestellungen und am besten ein Team, das eigenständig arbeitet. Alle rufen immer „Partner, Partner, Partner“. Die Stabilität kommt aber über die Kunden.
Als ich noch im Network aktiv war, hatte ich meine Wunschstufe meistens schon am Ersten des Monats erreicht. Das war die Stufe, bei der ich um die 3.000 bis 3.500 Euro Provision bekommen habe, mein Minimum. Meine Kunden und Partner haben so früh wie möglich bestellt, und dadurch hatte ich am Monatsende nie diesen Stress mit „wir müssen noch Gas geben“.
Heute starte ich auch nie bei null in einen neuen Monat. Bei Digistore sehe ich jetzt schon für die nächsten 18 Monate fünfstellige Umsätze pro Monat, selbst wenn ich nichts mehr verkaufen würde. Was glaubst du, was das für eine Ruhe gibt.
4. Bleibt alles stehen, wenn du weniger arbeitest?
Ich hatte eine Phase, in der ich vier Monate lang nichts Neues gemacht habe. Nur Content recycelt. Mir ging es mental nicht gut, in der Familie war einiges los. Von außen hat das niemand gemerkt. Die Umsätze sind nicht eingebrochen, alles lief ganz normal weiter.
Frag dich also: Was bleibt von deinem Business, wenn du eine Woche, einen Monat oder ein halbes Jahr nur das Nötigste schaffst? Gibt es Content, der weiter gefunden wird, Highlights, ein Videotraining? Wissen deine Partner, was sie tun können? Oder hängt jede Bewegung davon ab, dass du morgens sagst, was heute passiert? Systeme fühlen sich am Anfang nach Mehrarbeit an. Später kaufen sie dir deine Zeit zurück.
5. Baust du ein selbstständiges Team oder eine Abhängigkeit?
Manche denken, ein großes Team arbeitet irgendwann für sie. Wenn aber jede Partnerin für jede Story-Idee, jede Nachricht und jede Entscheidung auf dich wartet, hast du ein Problem. Gute Führung gibt Orientierung, die ersten kleinen Schritte und Sicherheit. Und sie hilft Menschen, eigene Entscheidungen zu treffen, bis sie dich nicht mehr brauchen.
6. Baust du für den nächsten Rang oder für dein Leben?
Ränge können kurz motivieren, daran ist nichts falsch. Schwierig wird es, wenn dein ganzes Business nur noch von Qualifikation zu Qualifikation läuft. Dann triffst du Entscheidungen, die kurzfristig gute Zahlen bringen und langfristig nicht zu dir passen. Frag dich bei größeren Entscheidungen: Bringt mich das nur zum nächsten Rang, oder hilft es mir, ein Business aufzubauen, das ich später auch führen will?
Freiheit heißt nicht, nur noch das zu machen, worauf du Lust hast
Auch als Selbstständige, und das bist du als Networkerin, gibt es Aufgaben, auf die du keinen Bock hast. Gerade am Anfang. Du lernst, sichtbar zu sein, und das ist nicht einfach, wenn du selbst unsicher bist. Du machst Content, auf den keiner reagiert, und musst das aushalten. Du baust Abläufe, bei denen du dir ein paar Monate später denkst: Oh mein Gott, wie peinlich war das denn.
Da musst du durch. Sonst bleibst du stehen.
Deine Übung für heute: ein Tag in einem Jahr
Nimm dir nach diesem Artikel zehn bis fünfzehn Minuten. Schreib zuerst deine drei Entscheidungen auf. Dann beschreibst du einen ganz konkreten Tag in einem Jahr, an dem du alle deine Ziele erreicht hast. Diese Übung haben wir auch im VIP Club gemacht, und ich liebe sie.
Es kommt auf die Kleinigkeiten an. Wann stehst du auf? Wer ist bei dir? Was riechst du, was ziehst du an, was isst du, was siehst du? Bei mir: Ich stehe auf, wenn die Sonne aufgeht, gehe ins Wohnzimmer, schiebe die Tür auf und schaue aufs offene Meer. Ohne Stress.
Ich habe mir das als Sprachmemo aufgenommen. Jeden Morgen, meistens wache ich noch vor dem Wecker auf, höre ich es mir mit geschlossenen Augen an und stelle mir alles richtig lebendig vor. Erst dann startet mein Tag. Abends klappt das nicht immer, morgens immer. Wenn du dich jeden Tag so danach ausrichtest, erreichst du deine Ziele viel schneller.
Strategie ist wichtig. Schau trotzdem immer wieder, ob sie zu deinem Leben passt und zu dem, wo du hinwillst.
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