Deine Kundin hat ChatGPT längst gefragt. Was muss sie jetzt noch auf deinem Profil finden?

Nikoleta Kolokytha, Titelbild zum Beitrag: Deine Kundin hat ChatGPT längst gefragt. Was muss sie jetzt noch auf deinem Profil finden?

Deine potenzielle Kundin hat eine Frage. Welche Hautpflege passt zu ihrer Haut? Welche Nahrungsergänzung ist für sie sinnvoll? Wie startet man eigentlich mit Network Marketing? Früher hat sie das gegoogelt. Heute tippt sie es vielleicht in ChatGPT ein und hat nach ein paar Sekunden eine Erklärung, eine Liste mit Möglichkeiten und die Vor- und Nachteile gleich dazu.

Und danach landet sie auf deinem Profil.

Genau da entscheidet sie sich. Die Frage ist halt: Was findet sie bei dir? Dieselben allgemeinen Infos, die sie gerade schon von der KI bekommen hat? Oder etwas, das ihr ChatGPT nicht geben konnte?

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Wissen ist nicht mehr knapp

Ich sage nicht, dass niemand mehr Google benutzt. Und auch nicht, dass jede Kundin vorher mit einer KI gesprochen hat. Aber Informationen sind heute so leicht zu haben wie nie. Was wir uns früher mühsam bei Google oder auf YouTube zusammensuchen mussten, bekommen wir jetzt mit einem Klick, und zwar direkt auf unsere Situation zugeschnitten.

Das verändert, was dein Content leisten muss. Wenn dein Profil nur aus allgemeinen Tipps besteht, wird es immer schwerer, damit Vertrauen aufzubauen.

Knapp ist etwas anderes. Eine Person, bei der ich denke: Der kann ich vertrauen. Die ordnet ihre Erfahrungen ehrlich ein, sagt auch, wo ihre Grenzen sind, versteht mich und zeigt mir, welcher Weg für meine Situation Sinn machen könnte.

Deine Interessentin kommt nicht mehr ahnungslos

Viele Networker machen ihren Content noch so, als würde die Kundin zum ersten Mal von dem Thema hören. Dann entstehen Beiträge wie „Wusstest du, dass ausreichend Wasser wichtig ist?“ oder „Eine gute Hautpflege besteht aus mehreren Schritten.“ Oder fürs Business: „Mit Social Media kannst du dir ein Business aufbauen.“

Ach, wirklich?

Falsch ist das nicht. Aber deine Interessentin hat solche Sätze schon zehnmal gelesen. Vielleicht hat sie Videos dazu geschaut oder sich von der KI direkt einen Plan erstellen lassen. Auf deinem Profil sucht sie deshalb nicht zwingend noch mehr Grundwissen. Unbewusst will sie ganz andere Fragen beantwortet haben:

  • Versteht diese Frau mein konkretes Problem?
  • Kann ich ihr vertrauen? Passt das, was sie sagt, zu dem, was sie jeden Tag macht?
  • Hat sie selbst Erfahrung damit, und welche?
  • Oder wiederholt sie nur, was sie irgendwo gelesen hat?
  • Passt ihre Art zu mir?
  • Sagt sie mir ehrlich, wenn etwas nicht zu mir passt?
  • Was passiert, wenn ich bei ihr kaufe oder mit ihr starte?

Darum ist es so wichtig, dass du dich auf deinem Profil traust, dich zu zeigen, zu sprechen und Menschen in deine Gedanken mitzunehmen. Und dass du nicht jedes Produkt in den Himmel lobst. Du darfst sagen: „Dazu sage ich Ja. Und das hier kannst du machen, ich halte aber nichts davon.“ Auch wenn du diese Produkte verkaufst. Du musst nicht alles toll finden.

KI liefert Infos, du lieferst Gefühl und Einordnung

Du musst nicht mehr Informationen liefern als das ganze Internet. Das schaffst du eh nicht, und das ist auch nicht deine Aufgabe. Deine Aufgabe ist, Informationen einzuordnen und sie mit einem echten Menschen zu verbinden. Mit dir.

ChatGPT kann einer Interessentin erklären, welche Inhaltsstoffe bei trockener Haut häufig verwendet werden und warum. Aber die KI hat dein Produkt nicht über Monate ausprobiert. Sie weiß nicht, wie es sich anfühlt, wenn man es aufträgt. Oder wie man sich fühlt, wenn man eine Nahrungsergänzung regelmäßig nimmt. KI kann nicht fühlen. Das ist unser Vorteil als Menschen.

Ehrlich gesagt kannte ich die Inhaltsstoffe unserer Produkte bis zum Schluss nicht, obwohl ich so viele Jahre in meiner Firma war. Bei all den Kunden und Partnern, die ich damals aufgebaut habe, wollte das genau zweimal jemand ganz genau wissen. Und wie sich hinterher rausgestellt hat, wollte mir die Person nur ein anderes Produkt vorschlagen. Ich hab einfach gesagt: „Weiß ich nicht. Ich mach dir ein Foto von den Inhaltsstoffen und schick’s dir.“ Was ich sagen konnte: Was passiert, wenn du das Produkt regelmäßig nimmst. Was dich erwartet. Wie du dich fühlst. Und welche Tipps nur ich kenne und dir weitergebe wie einer guten Freundin.

Viele kriegen bei dem Thema Angst: Wenn die KI alles erklären kann, wofür braucht es mich dann noch? Aber ChatGPT, Claude oder Gemini kennen eine Interessentin nur so gut, wie sie ihre Situation selbst beschreibt. Deine Erfahrung mit genau deinem Produkt, deinem Unternehmen, deinen Kunden und deiner Arbeitsweise hat die KI nicht.

Einordnung heißt: Du erklärst, worauf es in der Praxis ankommt. Welche Erfahrungen realistisch sind. Was Kunden bei der Anwendung oft falsch machen. Was du erlebt hast, was Partner und Kunden erlebt haben. Und du sagst klar, für wen das ist und für wen nicht. Vertrauen entsteht nämlich nicht, wenn du behauptest, dein Produkt ist für alle perfekt. Es entsteht, wenn Menschen merken, dass du genau hinschaust.

Beim Partneraufbau ist es genauso. Eine KI kann erklären, was Network Marketing ist, Vor- und Nachteile aufzählen und sogar Vergütungsmodelle erklären. Sie kann aber nicht zeigen, wie es sich anfühlt, mit dir zusammenzuarbeiten. Wie du neue Partner begleitest, welche Werte dir wichtig sind, wie viel Zeit es realistisch braucht. Wenn auf deinem Profil nur steht „Bei uns kannst du dir Freiheit aufbauen“, ist das halt zu wenig.

Erfahrung zeigen, ohne dich ständig zu feiern

Viele hören das Wort Erfahrung und denken sofort, sie müssten jeden zweiten Tag ihre Erfolge aufzählen. Das meine ich nicht, und das mache ich auch nicht. Erfahrung zeigt sich oft viel leiser.

Zum Beispiel so:

  • „Diese Frage höre ich von Kunden besonders oft.“
  • „Das ist der Punkt, an dem viele nach einer Woche aufgeben, obwohl sie noch gar nicht beurteilen können, ob ihre neue Routine funktioniert.“
  • Du erklärst, warum du am Anfang etwas Bestimmtes empfiehlst.
  • Du sprichst über Fehler, die du selbst gemacht hast, damit jemand anders sie nicht macht.
  • Du zeigst, woran du erkennst, dass eine Standardempfehlung zu einer bestimmten Person nicht passt.

Das sind die Dinge, die eine KI nicht geben kann.

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Beantworte die Einwände, bevor sie kommen

Ich bin keine, die Einwände erst im Gespräch aufgreift. Ich beantworte sie vorher schon in meinem Content. Menschen, die sich selbst informieren, kommen mit mehr Wissen zu dir. Und mit mehr Einwänden. Vielleicht haben sie gelesen, dass ein Inhaltsstoff umstritten ist. Sie haben Erfahrungsberichte gelesen, Preise verglichen oder ChatGPT nach den Vor- und Nachteilen gefragt.

Das ist nichts Schlechtes. So eine informierte Interessentin ist nicht automatisch schwierig. Wenn du sicher dastehst und dich mit dem auskennst, was du weitergibst, ist das sogar gut.

Frag dich deshalb: Welche Unsicherheit bleibt übrig, wenn jemand die wichtigsten Fakten schon kennt?

Bei einem Produkt zum Beispiel: Passt das zu meinem Alltag? Muss ich dafür fünf verschiedene Produkte kaufen? Wie lange muss ich es anwenden, bis ich was sehe? Was mache ich, wenn ich es nicht vertrage? Bekomme ich nach dem Kauf noch Unterstützung?

Bei der Businessmöglichkeit: Muss ich Familie und Freunde anquatschen? Muss ich ständig vor der Kamera stehen? Wie viel Zeit brauche ich wirklich? Was, wenn ich noch keine Reichweite habe? Werde ich nach der Anmeldung alleingelassen? Passt das neben Familie und Job?

Wenn dein Profil diese Fragen nicht beantwortet, bleibt die Interessentin unsicher, egal wie viele Infos sie gesammelt hat. Und aus Unsicherheit wird selten eine Anfrage. Sie hat ja Interesse. Sie hat bei dir nur keine sichere Brücke zum nächsten Schritt gefunden. Guter Content nimmt nicht jeden Einwand weg, das wäre unrealistisch. Er zeigt aber: Ich kenne deine Bedenken, ich nehme sie ernst und rede offen darüber. Das ist dieses Real Talk auf Social Media, und das hat einen Sinn.

Deine Persönlichkeit ist der Unterschied

In Zeiten von KI unterscheidet dich vor allem deine Persönlichkeit von anderen. Damit meine ich nicht, dass du dein ganzes Privatleben zeigen musst. Frühstück, Kinder, Beziehung, jeder Tagesablauf, das muss alles nicht öffentlich sein.

Persönlichkeit heißt, dass Menschen deine Haltung und deine Meinung kennenlernen. Woran glaubst du? Was lehnst du ab? Was ist dir in der Beratung wichtig? Wie soll sich ein neues Teammitglied bei dir fühlen? Was würdest du niemals empfehlen, nur um einen Verkauf zu machen?

Wenn zehn Menschen dasselbe Produkt anbieten, entscheidet sich die Interessentin oft für die Person, bei der sie sich aufgehoben fühlt. Diesen Satz habe ich so oft gehört: „Ich konnte mich zwischen zwei Angeboten nicht entscheiden, beide sind gut. Aber du bist mir sympathischer, du kommst menschlicher rüber, deshalb kaufe ich bei dir.“ Es gibt einfach so viele ähnliche Produkte da draußen. Den Unterschied machst du.

Zeig deshalb auch, was nach dem Kauf oder nach dem Einstieg passiert. Damit sich die Leute schon vorher aufgehoben fühlen.

Nikoleta Kolokytha

5 Fragen für dein Profil

Mit diesen fünf Fragen siehst du schnell, wo du noch nachschärfen kannst:

1. Erkennt jemand sofort, wem du hilfst und wobei? Wird klar, welches konkrete Problem du verstehst und welche Veränderung du begleitest?

2. Findet sie deine persönliche Einordnung? Oder sieht sie nur Fakten und Produktbilder? Erfährt sie, was für dich wichtig war, welche Fehler du gemacht hast, warum du diesen Weg gegangen bist?

3. Beantwortest du ihre wichtigsten Einwände in deinem Content? Gibt es Beiträge oder Highlights zu den Fragen, die Menschen vor dem Kauf oder Einstieg wirklich haben?

4. Kann sie erkennen, wie du arbeitest? Wie eine Beratung abläuft, was nach dem Kauf passiert, wie du neue Partner begleitest.

5. Weiß sie, was als Nächstes zu tun ist? Gibt es einen klaren nächsten Schritt?

Fang mit einer kleinen Änderung an

Du musst deinen Content nicht komplett neu erfinden. Nimm einen allgemeinen Tipp, den du sowieso posten würdest, und ergänze deine Erfahrung und deine Sicht dazu. Das, was du deiner Freundin sagen würdest, wenn keine Kamera läuft.

Die meisten suchen heute jemanden, der vorangeht und sagt: „Komm, ich zeig dir den Weg. Ich bin ihn gegangen und weiß, was funktioniert und was nicht.“ Viele wollen aber etwas zeigen, das sie selbst nie richtig durchgemacht haben.

Das ist, als würde ich dir zeigen wollen, wie du mit dem Auto nach Griechenland fährst, obwohl ich die Strecke selbst nie gefahren bin. Ich hätte keine Ahnung, was dich an der Grenze erwartet. Oder wie man 24 Stunden mit Kindern und Hunden im Auto übersteht, ohne dass Chaos ausbricht und man danach aussteigt mit dem Gedanken: Oh Gott, ich hab tausendmal über Scheidung nachgedacht. Geht das entspannt? Ja. Aber zeigen kann ich es dir nur, wenn ich es so oft gemacht habe, dass ich sagen kann: Wenn das passiert, hol das raus. Wenn das passiert, mach das.

Im Network ist es genauso. Kunden und Partner über Social Media gewinnen, das mache ich seit elf Jahren. Für mich ist das wie Zähneputzen. Die Frage ist, ob deine Interessentin erkennt, warum du anders bist als die tausend anderen Partner, die genau dasselbe tun und genau dieselben Produkte verkaufen. Wenn das nicht klar wird, wirst du es beim Verkaufen richtig schwer haben.

Versteh mich nicht falsch, ich liebe KI und nutze sie jeden Tag. Vieles bei mir ist mit KI vorbereitet. Was auf meinem Profil aber nicht fehlt, bin ich. Meine Erfahrungen, meine Sicht. Mit noch mehr Wissen kannst du heute nicht mehr glänzen. Mit deiner Persönlichkeit, deinen Erfahrungen und deinem Weg schon.

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