Kennst du das? Der Urlaub ist vorbei, du schaust auf deine Ziele vom Januar und denkst dir: Das hole ich eh nicht mehr auf. Ab Januar starte ich neu.
Ehrlich gesagt denken das gerade ganz viele. Und genau hier verschenken die meisten ihr Jahr. Es sind noch gute 14 Wochen bis Silvester. Wenn du in jeder dieser Wochen nur eine Sache konsequent umsetzt, stehst du Ende Dezember ganz woanders als heute.
Diese Folge kannst du dir hier auch anhören: 227. Die letzten 100 Tage: So holst du aus diesem Jahr noch echte Ergebnisse heraus
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Warum so viele ihr Jahr schon im September beenden
Viele beenden ihr Geschäftsjahr gar nicht am 31. Dezember. Innerlich machen sie schon im September oder Oktober Schluss.
Das läuft fast immer gleich ab. Du schaust auf dein Vision Board oder in dein Notizheft vom Januar. Vielleicht wolltest du einen bestimmten Rang erreichen, jede Woche neue Kunden gewinnen oder endlich eine feste Social Media Routine haben. Und dann siehst du die Lücke zwischen deinem Plan und dem, was wirklich passiert ist.
Dann kommt die Enttäuschung. Du postest weniger, machst deine Storys unregelmäßiger, sprichst kaum noch über dein Angebot. Und wartest auf den Januar, als würde ein neues Datum automatisch eine neue Arbeitsweise in dir auslösen.
Glaub mir, das klappt nicht. Deine Gewohnheiten nimmst du mit ins neue Jahr. Wenn du jetzt keinen klaren Fokus findest, hast du am 2. Januar genau das gleiche Problem wie heute. Du willst alles gleichzeitig machen, und nach ein paar Wochen denkst du wieder, es funktioniert eh nichts.
Das sehe ich bei meinen Kunden ständig. Sie kommen in einen großen Kurs und wollen alles auf einmal umsetzen. Eins nach dem anderen klappt halt besser.
Und keine Sorge, du sollst jetzt nicht härter arbeiten oder bis Mitternacht am Handy sitzen. Wenn du Kinder hast, einen Job oder einfach einen vollen Alltag, bringt dir ein Plan nichts, der nur auf dem Papier funktioniert.
Schritt 1: Wähle ein Ergebnis statt zehn Wünsche
Nimm alle Ziele vom Januar aus dem Kopf. Du holst kein ganzes Jahr in 100 Tagen nach. Das erzeugt nur Druck, und dann fängst du überall an und bringst nichts zu Ende.
Entscheide dich für ein Hauptergebnis bis Ende des Jahres. Das kann zum Beispiel sein:
- eine bestimmte Zahl neuer Produktkunden
- eine bestimmte Zahl neuer Partner, die gut eingearbeitet sind
- eine feste Content- und Story-Routine
- ein Profil, über das regelmäßig passende Anfragen reinkommen
- ein bestimmter Monatsumsatz, den du stabil erreichst
Ich glaube so an diese 100 Tage, weil ich es gerade selbst erlebe. Mitte Juni, direkt nach einem Call in meinem VIP Club, habe ich für mich entschieden: Ab heute ändere ich was. Ich war die ganze Zeit mit meinem Körper unzufrieden und hatte das jahrelang schleifen lassen. Großes umgestellt habe ich nichts. Ich habe mir einen Plan gemacht, mich jeden Tag drangehalten und mehr Bewegung in meinen Alltag geholt. Fahrrad fahren, lange Runden mit den Hunden im Wald.
In nicht mal 100 Tagen waren es um die 16 Kilo. Ich kann Sachen wieder anziehen, die seit Ewigkeiten im Schrank lagen. Hätte ich damals gesagt, jetzt ist eh schon Sommer, ich fange nächstes Jahr an, wäre davon nichts passiert.
Im Business ist es genauso. Dein Ziel braucht zwei Ebenen. Ebene 1 ist das Ergebnis, zum Beispiel 20 neue Partner bis Jahresende. Ebene 2 sind die Handlungen, für die du selbst verantwortlich bist. Etwa, dass du jeden Tag über dein Angebot sprichst.
Beim VIP Club hatte ich genau das Problem. Es kamen kaum noch neue Leute rein, obwohl ich weiß, wie gut das Format ist. Erst dachte ich, ich muss am Format was ändern. Dann habe ich meine Zahlen getrackt. Wie oft spreche ich überhaupt darüber? Wie oft erfährt eine fremde Person, dass es den Club gibt? Da lag es. Heute kommen fast jeden Tag neue Leute rein, manchmal einer, manchmal drei, manchmal mehr.

Schritt 2: Entscheide dich für ein Hauptangebot
Einer der größten Fehler zum Jahresende ist, jede Woche was anderes verkaufen zu wollen. Für dich ist das Abwechslung. Für deine Community ist es erst mal Verwirrung, weil sie nicht weiß, was davon für sie gedacht ist.
Als ich noch im Network aktiv war, hatte mein Unternehmen rund 600 Produkte. Trotzdem ist fast jeder bei mir mit demselben Set gestartet, meinem Lieblingsset. Die meisten wussten gar nicht, wie viele Produkte es gibt. Sie kannten dieses eine Set, weil ich fast täglich darüber gesprochen habe.
Setz dich also hin und entscheide, was dein Hauptangebot für die nächsten Wochen ist. Danach zahlt alles, was du machst, darauf ein. Die Business-Möglichkeit kannst du trotzdem fast jeden Tag in deine Storys einbauen, das ist überhaupt kein Problem. Partner werden aus Kunden, Kunden kaufen nach. Das kommt danach meistens von allein.
Schau dir bei deinem Angebot genau an, welches Problem es löst. Sprich weniger über Nahrungsergänzung, Kosmetik oder ätherische Öle an sich, und mehr über die konkrete Situation der Frau, die du erreichen willst. Und wenn du Partner suchst, lass „Chance“ und „zweites Standbein“ weg. Zeig lieber, für wen das passt, wie dein Alltag damit aussieht, welche Unterstützung es gibt und welche Arbeitsweise du bewusst nicht nutzt.
Menschen kaufen selten, wenn sie ein- oder zweimal zufällig einen Beitrag sehen. Sie brauchen mehrere Kontaktpunkte. Je öfter sie auf deinem Profil verstehen, wofür sie zu dir kommen können, desto eher kaufen sie.
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Schritt 3: Gib deinem Content drei feste Aufgaben
Für den Endspurt brauchst du nicht jeden Tag eine komplett neue kreative Idee. Dein Content hat drei Aufgaben, und die kannst du fest verteilen.
Aufmerksamkeit
Hier geht es um ein konkretes Problem, einen Wunsch oder eine Alltagssituation deiner Zielgruppe. Eher locker. Bei mir sind das gerade die Sketche mit Strichmännchen. Die Idee kam übrigens, weil meine Wintersachen eine ganze Woche auf dem Boden lagen und ich keinen Bock hatte, sie wegzuräumen. Im ersten Moment denkt man, was für ein Quatsch. Im zweiten Moment bleiben die Leute hängen, weil sie das so von mir nicht kennen.
Vertrauen
Hier zeigst du deine Erfahrung, deine Haltung und wie du arbeitest. Bei mir ist das alles Gesprochene: Ausschnitte aus dem Podcast, Yapping Reels (Videos, in denen ich einfach frei in die Kamera rede) und gesprochene Storys.
Entscheidung
Hier entscheiden sich die Leute für dein Angebot. Bei mir kommen die meisten Anfragen über Karussells. Und die sind komplett KI-basiert. Die Bilder sind KI-generiert, mein Agent baut das Karussell in Canva und schreibt mir die Caption dazu. Ich ändere fast nichts mehr, weil er inzwischen so gut auf mich eingestellt ist.
Nicht jeder Beitrag muss verkaufen. Wenn aber keiner deiner Beiträge eine klare Handlungsaufforderung hat, lernt deine Community zwar viel von dir und weiß trotzdem nicht, was sie bei dir bekommen kann.
Schritt 4: Plane nach deiner echten Zeit
Viele Pläne scheitern gar nicht an der Strategie. Sie scheitern, weil die verfügbare Zeit ignoriert wird. Wenn du realistisch 5 Stunden pro Woche hast, darfst du dir keinen Plan machen, der 12 braucht.
Schau in deinen Kalender. Welche Zeiten kannst du wirklich nur fürs Business schützen? Vielleicht sind es an 6 Tagen jeweils 45 Minuten. Vielleicht sind es zwei längere Blöcke und an den anderen Tagen kurze. Beides ist super, dann verteilst du deine Aufgaben entsprechend.
Diese Folge habe ich zum Beispiel aufgenommen, weil ich wusste, ich habe 2 Stunden, bis die Kinder aus der Schule kommen. Da nehme ich 3 oder 4 Folgen auf. Mit 15 Minuten würde ich das gar nicht erst versuchen.
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Schritt 5 und 6: Zahlen anschauen und den Dezember jetzt planen
Schau in deine Insights, und zwar nicht nur auf die Likes. Wie viele haben kommentiert? Wie viele hast du erreicht, wie viele waren auf deinem Profil, wie viele sind dir gefolgt? Ich persönlich optimiere auf Kommentare. Inhalte, die viele Kommentare gebracht haben, mache ich in ähnlicher Form noch mal. Vor allem Kommentare mit einer Strategie dahinter bringen Anfragen, und ein Funnel (also ein fester Ablauf vom ersten Kontakt bis zum Kauf) sorgt dafür, dass die richtigen Leute auch kaufen.
Den Dezember planst du am besten jetzt. Bei mir ist der Dezember der Monat der Familie. Außer meinen Calls mache ich da nichts, kein Podcast, keine Mails, kein neuer Content. Trotzdem ist er einer meiner stärksten Monate, weil vorher alles eingeplant ist.
Menschen hören im Dezember ja nicht auf zu kaufen. Ihr Alltag verändert sich, sie haben weniger Zeit, mehr Termine und oft mehr Ausgaben. Deshalb muss deine Kommunikation klarer und einfacher werden. Überleg dir schon jetzt:
- Welche Inhalte passen zur Situation deiner Zielgruppe im November und Dezember?
- Welche Fragen tauchen vor Weihnachten besonders oft auf?
- Welche Produkte passen wirklich in diesen Zeitraum, ohne dass du künstlichen Druck machen musst?
- Wer denkt schon über einen Neustart im neuen Jahr nach und könnte jetzt Orientierung brauchen?
Wenn du am 10. Dezember spontan mit Weihnachtscontent anfängst, bist du gestresst. Sammelst du die Themen jetzt, kannst du im Dezember entspannt präsent sein, ohne stundenlang am Handy zu hängen.
Was du in den letzten 100 Tagen nicht brauchst
Einen kompletten Markenwechsel mit neuen Farben und neuen Formaten brauchst du jetzt nicht. Du musst auch keine fünf neuen Kurse kaufen, keine neue Plattform dazunehmen und nicht jeden Trend mitmachen. Eine 12-Stunden-Challenge schon gar nicht, ich werde ja schon vom Zuhören müde.
Und du musst keine Kaltakquise anfangen, nur weil du Angst hast, dein Ziel zu verpassen. Wahllos Nachrichten zu verschicken fühlt sich kurzfristig nach Aktivität an. Langfristig beschädigt es das Vertrauen, das du dir mühsam aufgebaut hast. Die passenden Menschen kommen über deinen Content. Und wenn jemand Interesse zeigt, kannst du echte Gespräche führen.
Du musst in den letzten 100 Tagen niemandem beweisen, wie fleißig du bist. Finde raus, was dein Hauptangebot ist, und stell dir im Hintergrund alles so auf, dass du ohne Stress sichtbar bist. Und wenn die Verkäufe gerade nicht so reinkommen, wie du es gern hättest, frag dich mal ehrlich, wie präsent du jeden Tag bist, wie oft du wirklich über dein Angebot sprichst und was du vielleicht schon seit Wochen vor dir herschiebst.
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